Verlinkung von Bildern – was ist erlaubt?

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Verlinkung von Bildern – was ist erlaubt?

Ich oute mich jetzt mal. Eigentlich stricke ich nicht den ganzen Tag (auch, wenn ich es gern würde), sondern bin nebenbei auch noch Rechtsanwältin. Mein Steckenpferd (Achtung Wortwitz) ist eigentlich das Pferderecht. Da kenn ich mich aus und mache auch fast nix anderes. Wer Lust hat, kann unter www.pferderecht-einfach.de mal stöbern und wenn er ein Problem hat, mich gern anrufen 🙂 . Aber als Anwalt wird man gern auch mal so zwischendurch nach der Rechtslage an sich gefragt. Ist bei Ärzten, glaube ich, auch so. Ich zumindest frage eine Bekannte auch gerne mal im Kindergartenvorflur, was mit meinem Fuss ist, der piekt manchmal so komisch am Hacken. Und bin dann immer leicht enttäuscht, dass sie mir nicht mal eben eine Diagnose stellen kann. 🙂 Ihr kennt das sicher.

Aber nichts desto trotz, habe ich letztens eine Frage gestellt bekommen, die ich wirklich interessant finde, zumal ich mich ja selbst unter den Bloggern und Designern weile.

Es gibt von zumindest einem Wollanbieter gerade die Strategie, bei Ravelry nach Mustern zu suchen, die mit dessen Wolle gestrickt worden ist. Diese Ravlryseite verlinkt der Anbieter dann auf seiner Facebookseite. Man sieht das Bild, den Link zu Ravelry und einen kurzen Kommentar, wie toll das Teil ist. Soweit so gut. Aus Sicht des Wollanbieters eine sooooo plietsche Idee. Dass muss ich schon sagen. Man kann sich den Designer sparen und die damit verbundenen Kosten, um Anleitungen für die Wolle zu produzieren. Statt dessen postet man munter Bildchen von Strickern, die die Wolle verwendet haben. So hat man die Anleitung fertig, gestrickt und fotografiert ist es auch. Bestens.

Jetzt fragt mich die gute Anja, ob der Wollanbieter einfach so ihre Bilder von der Ravelryseite verwenden darf, ohne sie vorher zu fragen. Das fand ich ja mal spannend. Also habe ich recherchiert und ein Urteil des Europäschen Gerichtshofs gefunden, der sich genau mit der Frage beschäftigt, ob eine Verlinkung zu urheberechtlich geschützten Inhalten gegen das Urheberrecht verstößt. Denn die Fotos der selbst gestrickten Sachen fallen ohne Wenn und Aber unter das Urheberrecht und dürfen grundsätzlich nicht unerlaubt verwendet werden.

Der EuGH hat nun in seiner Entscheidung dargelegt, dass eine solche Verlinkung dann nicht gegen das Urheberrecht verstößt, wenn der Urheber der Öffentlichkeit seine Fotos etc.  eh im Internet uneingeschränkt und ohne Zugangsbeschränkung zur Verfügung stellt. Dies wäre also der Fall, bei normalen Blogeinträgen. Bei Ravelry besteht aber die Besonderheit, dass man, um auf die Muster zugreifen zu können, sich grundsätzlich bei Ravelry anmelden muss. Insofern dürfte das Vorgehen des Wollanbieters, ohne Rücksprache mit dem Urheber dessen Daten zu nutzen, widerrechtlich sein, da es eben Zugangsbeschränkungen gibt.

In der Praxis dürfte dies aber keine Klage nach sich ziehen, denn wer sträubt sich schon gegen kostenlose Werbung 😉 . Ich glaube, ich werde demnächst auch mal mit „besonderer“ Wolle stricken :-)))

 

Ein Kommentar

  1. Lyla17 2. Mai 2016 um 14:52 Uhr - Antworten

    Toll, daß Du dir die Mühe gemacht hast zu recherchieren. So wissen wir doch nun, wodran wir sind.
    GGLG Lydia

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